Der Hauptzweck einer Marke besteht darin, ihr Image von dem ihrer Wettbewerber zu unterscheiden. Bei der Wahl eines Markennamens unterliegt ihre Kreativität jedoch rechtlichen, marketingrelevanten und kommunikativen Zwängen. Zunächst sollten Sie daran denken, dass eine Marke bestimmte gesetzliche Anforderungen erfüllen muss, um schützenswert zu sein. Insbesondere darf eine Marke nicht irreführend sein, sondern muss rechtmäßig und sollte originell sein. Oft sind es die gleichen Fehler, die eine erfolgreiche Markeneintragung verhindern:

Fehler 1: Verwenden einer beschreibenden Namensgebung

Eine Marke hat die Aufgabe, die Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens von denen der Wettbewerber zu unterscheiden und darf daher nicht beschreibend sein. So kann z.B. „Schühchen & Söckchen“ nicht als Marke für Kinderschuhe und -bekleidung eingetragen werden, da es die verkauften Artikel beschreibt und somit eine Eintragung nichtig wäre. Darüber hinaus ist eine Marke nicht nur dann beschreibend, wenn sie die Ware oder Dienstleistung beschreibt, sondern auch, wenn sie die ihr innewohnenden Merkmale veranschaulicht. Vermeiden Sie daher z.B. folgende beschreibenden Merkmale:

  • Die geografische Herkunft des Produkts
  • Seine Menge (1 kg, 100 g)
  • Seine Qualität (gelb, ausgezeichnet)
  • Sein Ziel (Kinder, Männer, über 65)
  • Seine Art (Fettfisch)
Fehler 2: Nutzung von allgemeinen und im Handel gebräuchlichen Begriffen

Ein Beispiel für gängige Begriffe sind: super, top, ultra, plus. Diese Begriffe sind kommunikationsschwach und können von jedem verwendet werden. Daher kann sie sich niemand aneignen oder Einspruch erheben, wenn sie von anderen verwendet werden.

Fehler 3: Nutzung von allgemeinen bzw. beschreibenden Begriffen aus fremden Sprachen

Begriffe wie „cat“, „lamp“, „milk“ oder „baguette“ sind alle beschreibend. Wollte ein Unternehmen seine Aktivitäten im Ausland oder auf europäischer Ebene ausweiten, wäre dies ein Hindernis. Für eine Ablehnung einer Markenanmeldung reicht es sogar aus, dass der Markenname nur in einer der EU-Sprachen beschreibend ist.

Unser Tipp: mischen Sie fremde Namen mit denen der eigenen Sprache. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Marke ist NUTELLA, die durch die Verschmelzung von zwei Wörtern, einem englischen (NUT) und einem italienischen (ella), entstanden ist.

Fehler 4: Angst vor Neologismen und Akronymen aus Sorge, dass sie nicht deutlich genug sind

Starke Marken sind oft Akronyme, d.h. aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter gebildete Begriffe. Marken, die auf der Basis von solchen Neologismen (Wortneuschöpfungen) entstanden sind, sind zum Beispiel ASOS (AsSeenOnScreen) und IKEA. Der IKEA-Gründer Ingvar Kamprad erschuf den Markennamen, indem er seine Initialen IK mit den Anfangsbuchstaben des Bauernhofs und des Dorfes, in dem er aufwuchs, kombinierte: Elmtaryd und Agunnaryd. Weitere Beispiele für Markennamen, die durch Verschmelzung verschiedener Wörter entstanden sind: MICROSOFT (MICRO + SOFT), INSTAGRAM (INSTAnt + teleGRAM), MILKA (MILch + KAkao) und NETFLIX (NET + FLIcks, was umgangssprachlich für Filme steht). Rechtlich sind diese Arten von Marken leichter zu schützen.

Fehler 5: Anmeldung der Marke, ohne sie vorher von einem IP-Experten bewerten zu lassen

Oft kommt es vor, dass sich der Schöpfer eines Markennamens in sein Werk verliebt, ohne es vorher der Beurteilung eines Experten unterzogen zu haben. IP-Experten recherchieren, ob ihr gewünschter Name geschützt werden kann, oder ob weitere Hindernisse – z.B. geografische Einschränkungen – für ihre Eintragung existieren.

Weitere Infos & Kontakt

Sherine Lara Sedfaoui, LL.M.
IP Legal Specialist

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